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Noch relativ frohen Mutes starteten wir in
den frühen Morgenstunden in Richtung Nordseeküste. Ich freute mich auf einen
gemütlichen Spaziergang über strandähnlichen Untergrund, der, wie sich erst später
herausstellte, nicht viel Gemütliches an sich haben sollte.
Nachdem wir schlechtes Wetter diagnostiziert und uns daraufhin lange Hosen
angezogen hatten, wurde uns geraten, diese durch kürzere zu ersetzen. Der Sinn dieser
Aktion sollte mir bald aufgehen, doch beginnen wir mit dem Anfang. Mit der Einteilung der
Gruppen in "Englisch" und "Deutsch" begann dieser Höllentrip
eigentlich noch ganz relaxt. Als uns dann mitgeteilt wurde, daß die von den Wattführern
mitgeführten Spaten dazu dienen sollten, uns im Notfall aus dem Schlamm zu ziehen,
konnten wir noch herzlich lachen über diesen Witz, der sich auch erst später als sehr,
sehr realitätsnah herausstellte. Die Besichtigung der Feuchtwiese, die den Übergang
zwischen Festland und "Abgrund" darstellt, schien noch keine allzugroße Gefahr
auszumachen.
Dann machten wir unsere ersten Schritte...im Wattenmeer.
Es war ein schönes Gefühl.
Laufen auf dem Meeresgrund.
Schöne Muscheln, ein bißchen Wasser ... alles wunderbar!
Wir bekamen viele Hinweise, wo man versteckte Tiere findet, wir fanden Unterschiede
zwischen Wattschnecken und Kothaufen von Wattwürmern, wir kennen nun die Ursachen für
die schwarze Farbe des Watts in ca. 5 cm Tiefe.
Alles wunderbar ... Noch.
Doch dann passierte es!
Wahrend wir uns Baltrum näherten, schienen unsere Körper durch
eine unsichtbare, gewaltige Macht vom Erdreich angezogen zu werden. Das erste, was das
Watt verschlang waren unsere Füße... mit Schuhen... mit Socken. Das war noch in Ordnung,
alles überhaupt kein Problem.
Der Schlamm wurde tiefer und immer tiefer,
bis er letztendlich auch die Knie verschlungen hatte. Irgendwann ging nichts mehr. Meine
Schuhe befanden sich nunmehr einen halben Meter unter der Oberfläche und schienen, dort -
auch ohne meine Füße - bleiben zu wollen. Nach einer spektakulären Rettungsaktion durch
Herrn Kadasch war ich dann komplett "wattiert" aber immerhin mit Schuhen
befreit. (DANKE!)
Dank der Prile, die sich von Zeit zu Zeit durchs Wattenmeer schlängeln, erreichten wir die Insel, für die wir inzwischen auch reif waren, wieder einigermaßen gereinigt.
Zusammenfassend kann man sagen, daß Baltrum eine wundevolle Natur und einen Altersdurchschnitt der Inselbewohner von schätzungsweise 58,86 Jahren zu bieten hat.
Ein Überlebendenbericht von
Ines Vogel
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