![]()
Obwohl wir aufgrund vielseitiger Exkursionen und unzähliger Watt- und Radwanderungen oftmals unterwegs waren, gab es trotzdessen einige Abende, die wir alle gemeinsam in unserem Zeltlager in Westerloy verbrachten.
Doch beginnen wir morgens mit dem Aufstehen,
das nicht jedem so leicht fiel, was wohl auf die langen Abende am Lagerfeuer
zurückzuführen war. Dieses Problem" wurde aber raffiniert gelöst, indem
jedes Land einmal dazu aufgefordert wurde, sich ein ideales Weckprogramm auszudenken und
durchzuführen. Das führte je nach Weckidee wiederum zu einer mehr oder weniger
musikalischen Morgenstimmung. Hatte man dann endlich die Äuglein geöffnet, begann das
Anstehen vor den Duschen, frei nach dem Zitat: Wer zuletzt kommt, den bestraft das
kalte Wasser!" Doch auch diese Hürde wurde problemlos gemeistert und schließlich
konnte man in aller Ruhe sein Frühstück genießen, jedenfalls so lange, bis die nächste
organisatorische Meldung bevorstand. Aber daran gewöhnten wir uns mit der Zeit, flexibel,
wie wir waren.
Doch nicht nur das Wecken, sondern auch jegliche Aufräum-, Putz- und Sonderarbeiten
wurden exakt organisiert und schriftlich fixiert. So wurde genau festgelegt, wer aus
welchem Land wann das Frühstück bzw. Abendbrot vorzubereiten, die Duschen zu säubern
und die leeren Getränkeflaschen wegzuräumen hatte, um nur einige Dienste zu nennen.
Dieser Plan war gut durchdacht und hätte auch funktioniert, wenn es da nicht einige
Schüler gegeben hätte, die ihre Pflichten rein zufällig" vergaßen.
Aber genug der Organisation - nicht zu vergessen sind natürlich die spontanen Erlebnisse,
die aufgrund der vielen Freizeitangebote möglich waren, so zum Beispiel die Basketball-,
Tischtennis-, Fuß- und Volleyballspiele, wie auch zahlreiche Lagerfeuerabende mit
Gitarrenmusik, die reichlich Möglichkeiten zum Kontakteknüpfen und Erholen boten. Selbst
die Warnung Geht nicht zu nah ans Feuer, die Asche, die fällt, könnte die
eure sein!" ließ uns vor einer gemütlichen Runde am Feuer nicht zurückschrecken.
Abschließend kann ich nur sagen, daß wir jede Menge Spaß und Freude hatten, bei allem, was wir taten und daß wir uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr sehr freuen würden.
Corinna Krautz
Für alle Unwissenden: eine
"Jurte" ist ein Pfadfinderzelt, in dem man aufgrund einer Deckenöffnung
Lagerfeuer machen kann. Eine irgendwo im Ammerland ansässige Pfadfindervereinigung
stellte uns dieses Prachtstück von Jurte für unsere Projektwoche zur Verfügung. Nach
anfänglichem Holzmangel bekamen wir am zweiten Abend zum Brennholz, das übrigens ein
Westersteder Lehrer spendete, sogar noch Strohballen zum Sitzen von einem Bauern aus der
Nachbarschaft.
In der Jurte lernte man die anderen, das heißt die Leute aus anderen Ländern und den
übrigen Projekten, bei einem Bierchen kennen. Man sang auch allabendlich in allen
möglichen (und unmöglichen) Sprachen.
Verständigungsprobleme hatten wenig Chancen, sich zu verbreiten, denn - wie schon Hape
Kerkeling feststellte - Heiterkeit kennt keine Grenzen. Trotzdem die Stimmung bereits am
ersten Abend beinahe siedete, gelang uns noch eine Steigerung, so daß unser
Zusammenkommen einen Touch von vertrauter Familienatmosphäre bekam.
Leider mußten wir feststellen, daß die jederzeit bombige Stimmung wahrscheinlich
ungewohnt für die eigentlich hypermoderne Jurte war, und unser neuerkorenes Heim drohte,
in sich zusammenzufallen, davor konnten wir sie und uns gerade noch bewahren.
Fazit: Für die Organisation künftiger Projekte ist ein solcher
Treffpunkt, besonders zu empfehlen, da er trotz romantischer Lagerfeueratmosphäre auch
bei schlechtem Wetter nutzbar ist.
Prädikat: besonders wertvoll
Ein Augenzeugenbericht von
Ines Vogel
![]()