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Projektbericht Thema 5
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Moorarchäologie

"Um die Gegenwart zu verstehen und für einen bessere Zukunft zu sorgen, müssen wir die Vergangenheit kennen."

Teilnehmer des Projektes

Projektleiter Lutz KadaschProjektleiterin Ewa KlezekUnsere Gruppe beschäftigte sich mit Moorfunden, Rekonstruktionsmethoden, Konservierungs- und Datierungsmethoden, einer kleinen Auswahl aus dem weitgefächerten Themenbereich der Moorarchäologie.
Zu aller erst befaßten wir uns mit der Entstehung eines Moores und welche Bedingungen dort vorherrschen, daß Dinge und auch Leichen über Jahrtausende erhalten bleiben konnten, um eine Grundlage für unser späteres Arbeiten zu schaffen. Dabei halfen uns Führungen durchs Moor und durch verschiedene Museen, die Spezialisten geleitet haben und uns alles genau erklärten.

Hochmoore, entstanden in der Nacheiszeit im Atlantikum (5500 v. Chr. - 2500 v. Chr.), bestehen wie alle Moore aus der Moospflanze Sphagnum. Das Bestehen des Moores ist nur gewährleistet wenn ein ständiger Wasserüberfluß vorhanden ist und der Wasserstand gleich bleibt. Das Wachstum des Moores erfolgt durch das Ansammeln von abgestorbenen Pflanzenteilen des Mooses, etwa 1mm pro Jahr. Besondere Bedingungen wie der niedrige ph-Wert, das Vorhandensein von Humiensäuren und ein sehr geringer Sauerstoffgehalt hemmen bzw. verhindern die Zersetzungsvorgänge.

Wollgras im WittemoorDurch die Unberührtheit, also ohne den Einfluß des Menschen, konnte sich das Moor zu Höhen von bis zu 10m aufstapeln.
Etwa ab 4000 v. Chr. begann der Mensch ins Moor vorzudringen und es zu verändern. Die Eingriffe verstärkten sich etwa um 2000 v. Chr. in der Bronzezeit, da man fortan über besseres Werkzeug verfügte, um sogenannte Bohlenwege besserer Stabilität zu konstruieren. Aus dem Niemandsland wurde im Laufe der Zeit ein vom Menschen vielseitig genutzter Raum. Aus diesem Grund kann die Moorarchäologie Nordwestdeutschlands auf eine 200 jährige Geschichte zurückblicken, denn schon 1784 entdeckte man dort die erste Moorleiche.

Durch die konservierende Wirkung des Moores sind uns Dinge aus vorgeschichtlicher Zeit erhalten geblieben, so daß uns kleine Einblicke aus dem Leben der Menschen aus dieser Zeit möglich sind.
Beispiele, mit denen wir uns näher beschäftigt haben sind Gegenstände des täglichen Gebrauchs wie Wagenräder und andere Fahrzeugteile, Textilien, Haushaltsgegenstände und auch Waffen. Desweiteren fanden die Archäologen Bienenstöcke und die für uns sehr interessanten Moorleichen und Bohlenwege, mit denen wir uns intensiv beschäftigt haben.

Modell eines BohlenwegesDie wichtigsten Informationen im Bezug auf die Bohlenwege erhielten wir im Oldenburger Naturkundemuseum. Dort erfuhren wir das Bohlenwege etwa gegen 3000 v. Chr zum ersten mal erbaut wurden. Sie waren bis zu 4m breit, so daß sich zwei Wagen begegenen konnten, und bestanden aus quer verlegten Erlenstämmen. Im Laufe der Zeit wurden die Konstruktionen schmaler (2,5m), da man lenkbare Wagen entwickelt hatte. Modell eines BohlenwegesSie bestanden nun aus exakt gespaltenen Eichenbohlen, die auf einem Unterbau aus Rundhölzern von Erlen, Kiefern und Birken ruhten. Sie wurden im Abstand von rund 2,5m durch bis zu 2m lange, nach unten scharf zugespitzten, Lochbohlen verankert. Um bei Regen einen gewissen Halt zu ermöglichen, wurden die Wege von einer Moosschicht bedeckt, die mit den unteren Pflanzenteilen nach oben zeigte. Es wurden neben den Wegen auch menschenähnliche Figuren aus Holz gefunden, die den Forschern bis heute Rätsel aufgeben und Raum für Spekulationen lassen.

Fuß einer MoorleicheMoorleichen sind Überreste von Menschen, die in längst vergangener Zeit gelebt haben und im Moor versunken sind. Der Torf der Moore hat ihre Körper so vollständig und mit vielen Einzelheiten bewahrt, daß sie oft noch ein Bild des lebenden Menschen sind. So ist es heute möglich, mit geeigneten Untersuchungen Rückschlüsse auf ihr Leben und die damaligen Lebensumständen zu schließen. MoorleicheMit den Funden der Moorleichen machte man sich auch Gedanken über die Hintergründe und Geschehnisse, die die Menschen ins Moor trieben oder warum sie von anderen Menschen dorthin verband wurden. Trotz dieser Unklarheiten sind die Moorleichen und alle anderen damit verbundenen Funde eine sehr gut erhaltene Quelle, um mehr Wissen über die Menschen zu erfahren, die weit vor unserer Zeit gelebt haben. Doch diese Funde werden heute immer seltener. Durch den maschinellen Abbau des Torfes ist es fast unmöglich geworden noch etwas zu finden, da etwa 99% der Moorfunde, die von den Maschinen erfaßt werden verloren gehen. Weiterhin ist die Trockenlegung der Moore daran beteiligt, da dadurch normale Bedingungen im Moor entstehen und somit die Verwesung der Moorleichen einsetzt.

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