Projektbericht Thema 4
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Im Rahmen des Projektes "Nachbarn in Europa", welches dieses Jahr in Westerstede durchgeführt wurde, beschäftigten wir uns mit dem Thema "Menschen im Moor". Dazu betrachteten wir die Moorbesiedlung und Kultivierung, das "Moor als Gefängnis" von 1933-1945 und das Moor im 20. Jahrhundert genauer.
Bereits 700 Jahre vor Christi bauten Menschen eine faszinierende Infrastruktur im Moor
auf, welche unter anderem aus mehr als 300 miteinander verbundenen Straßen bestand, wobei
die größte Straße über 6,5 km lang war und aus 15000 Eichen errichtet wurde.
Hauptaufgabe der Moorbesiedlung, die im 17. Jh. begann, war die Energieversorgung der
Städte. Diese Besiedlung, welche das Torfstechen und die dazu notwendige Trockenlegung
des Moores erforderte, war die erste in dieser Region.
Mit der Machtübernahme der Preußen im Jahre 1744 änderte sich auch die Nutzung und
Besiedlung des Moores: die aufkommende "Moorbrandkultur" war aber nur wenig
erfolgreich, da der Boden für den Anbau von Pflanzen zu unfruchtbar war.
Speziell im Zeitraum von 1933-45 stellt die Nutzung des Moores eine
Besonderheit dar. Im Dokumentations- und Informationszentrum in Papenburg erfuhren wir auf
eine sehr anschauliche Art und Weise Näheres über das Konzentrationslager in Esterwegen
und die damaligen Lebensbedingungen im Moor. Aufgebaut im Jahre 1933 war dieses
Konzentrationslager in Esterwegen eines der ersten in Deutschland. Neben politischen
Häftlingen, wie Demokraten, Kommunisten und Pazifisten, gab es auch Homosexuelle und
Intellektuelle, die für die Kultivierung des Moores eingesetzt wurden. Obwohl bereits zu
diesem Zeitpunkt schon fortgeschrittene technische Maschinen existierten, waren die
Häftlinge gezwungen, "Handarbeit" zu verrichten. Sechs Tage wurde bei
unzureichender Ernährungslage hart gearbeitet. Strenge Regeln sorgten für harte
Bestrafungen. Jeglicher Kontakt zu Verwandten und Bekannten wurde untersagt. Diese
extremen Lebensbedingungen führten nicht selten zu Selbstmorden.
Mit dem Ende des 2. Weltkrieges wurde dieses Konzentrationslager 1945 geschlossen.
3. Das Moor im 20. Jahrhundert Ende des 19. Jh. wurde die landwirtschaftliche Nutzung des Moores mit Düngemitteln
dominant. Die deutsche "Hochmoorkultur" war dabei ziemlich erfolgreich. In der
"Sandmischkultur" spielte der Einsatz technischer Maschinen eine wesentliche
Rolle.
Am letzten Projekttag besichtigten wir Moordorf, welches 1766 mit ungefähr 5000
Einwohnern gegründet wurde. Die Lebensbedingungen zur damaligen Zeit waren sehr schlecht:
ganze Familien von bis zu 14 Personen lebten in einer kleinen Hütte einschließlich der
Haustiere.
Nach dem 2. Weltkrieg begann der vermehrte Einsatz technischer Maschinen, um das Moor in
Ackerland umzuwandeln. So wurde die begonnende Zerstörung dieses Gebietes fortgesetzt. Im
Gegenzug dazu werden heute zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der noch bestehenden
Landschaft ergriffen.
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